Herbststimmung am Lake Wanaka & Lake Hawea

Die ganze Nacht über regnet es unaufhörlich, sodass ich langsam aber sicher Bedenken habe, ob der Tag überhaupt in irgendeiner Weise Aktivitäten erlauben wird. In den frühen Morgenstunden lässt das Prasseln der Regentropfen auf dem Autodach glücklicherweise aber nach. Und als ich aufstehe, sind lediglich noch einige Wolkenreste sichtbar, die sich an den umliegenden Gipfeln festgefahren haben. Überall sonst ist, soweit das Auge reicht, ausschließlich blauer Himmel zu sehen.

Lake Hawea am Morgen

So breche ich als einer der ersten auf dem Campingplatz mit frisch gewaschenem Auto auf und biege auf die Hauptstraße nach Wanaka ein. Nur noch rund zehn Kilometer folge ich dem Lake Wanaka zu meiner rechten, ehe ich über einen kleinen Pass ins nächste Tal abbiege. Hinter dem Pass, der den Namen „The Neck“ trägt, erwartet mich eine ganz ähnliche Landschaft. Wiederum typisch herbstlich braune Gipfel und der Lake Hawea. Dieser ist bedeutend kleiner als sein westlicher Bruder, landschaftlich aber nicht weniger schön anzusehen.

Lake Wanaka mit Blick Richtung Süden

Ausblick auf den Lake Hawea

Nur leider macht sich hier wieder einmal negativ bemerkbar, dass es auf den neuseeländischen Landstraßen an den aus fotografischer Hinsicht interessanten Punkten nie eine Möglichkeit zum Anhalten gibt. Daher erreiche ich den Ort Hawea, ohne ein wirklich zufriedenstellendes Foto des Sees gemacht zu haben. Hawea ist touristisch weitaus weniger bedeutend als das nahegelegene Wanaka, dafür – oder gerade deshalb – geht es hier aber angenehm ruhig zu und her. Nach einer kurzen Runde durch den Ort, der nicht wirklich viel Spannendes zu bieten hat, steuere ich Wanaka an, mein Domizil für die nächsten beiden Tage.

Zurück zur Zivilisation am Lake Wanaka

Nach fast drei Tagen ohne Handyempfang sichte ich in Wanaka angekommen als erstes die aktuelle Wetterprognose, die sich gegenüber meinem letzten Stand nicht maßgeblich verändert hat. Der morgige Samstag dürfte der schönste Tag der ganzen Woche werden. Mit strahlendem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen. Aus diesem Grund belasse ich es beim geplanten Programm, das für morgen eine Besteigung des Roy’s Peak vorsieht, mit einem hoffentlich schönen Sonnenuntergang am Abend.

Herbstlich bunte Bäume am Lake Wanaka

Ähnlich wie Hawea hat auch der Ort Wanaka in architektonischer oder kultureller Hinsicht nicht wirklich viel Interessantes zu bieten. Die erste Siedlung auf dem Gebiet der heutigen Kleinstadt entstand während des Goldrauschs im 19. Jahrhundert. Heute ist die Stadt dagegen voll und ganz auf den Tourismus ausgelegt und bietet eine breite Palette an Freizeitaktivitäten. Gefallen findet bei mir die Seepromenade entlang des Lake Wanaka, eine parkähnliche Anlage mit zahlreichen Bäumen, Wiesen und Kiesstränden, die zum Verweilen einladen. Speziell bei dem heutigen nahezu windstillen und sonnigen Wetter sowie den in bunten Herbstfarben erstrahlenden Bäumen und leicht verzuckerten Gipfeln im Hintergrund könnte der Anblick prachtvoller nicht sein. Bei dieser herrlichen Stimmung lege ich meine Mittagspause ein, ehe ich mehr oder weniger den ganzen Nachmittag mit einigen Spaziergängen und Fotografieren verbringe.

Segelboote auf dem Lake Wanaka

Lake Wanaka

Sonnenuntergang am See

Gegen 16 Uhr mache ich mich dann auf zu einem Campingplatz, den ich direkt am See, etwas nordöstlich von Wanaka ausgemacht habe. Die Straße dorthin ist teilweise nur geschottert, was mich erstaunt, zählt der Platz doch insgesamt über 140 ausgewiesene Stellplätze und ist damit einer der größten, der mir auf meiner bisherigen Reise begegnet ist. Wirklich viel Betrieb ist nicht, sodass ich auf dem mir zugewiesenen Platz Nr. 88 alleine auf weiter Flur bin. Da auch das Küchengebäude auf der riesigen Anlage zu Fuß mehr als fünf Minuten entfernt liegt, ziehe ich es vor, mir in der kleinen Küche im Camper etwas zu kochen. Zunächst gönne ich mir aber die äußerst wohltuende erste Dusche seit drei Tagen.

Zum Abendessen gibt es heute eine Hähnchenbrust in einer Curry-Senf-Rahmsauce, während hinter den Bäumen die Sonne die Umgebung in ein warmes Abendlicht taucht. Ein paar interessierte Hasen beobachten mich argwöhnisch aus sicherer Entfernung, sind aber so scheu, dass ich sie nicht aus der Nähe ablichten kann – hätte ich doch besser mal das Teleobjektiv noch mitgeschleppt. Aber morgen am Roy’s Peak werde ich vermutlich nicht traurig sein, wenn ich die zusätzlichen 1,5 Kilogramm nicht im Rucksack mitführen muss!

Abendessen am Seeufer

Nach dem Abendessen laufe ich für eine abendliche Fotosession rund fünf Minuten bis zum Ufer des Lake Wanaka, der direkt am Campingplatz eine kleine Bucht füllt. Ringsherum leuchten die herbstlich bunten Bäume im warmen Abendlicht, was für eine ganz spezielle Stimmung sorgt. Nur wenige Minuten dauert es jedoch, bis ziemlich genau um 18 Uhr die Sonne hinter der Bergkette rund um den Roy’s Peak verschwindet.

Sonnenuntergang am Lake Wanaka

Herbstliche Laubbäume im Sonnenuntergang am Lake Wanaka

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